Albverein Schwenningen - Jahresprogramm 2017
Montag, 8. Mai 2017
bis Samstag, 13. Mai 2017

Tourenbericht: Auf den Spuren von Hermann Hesse

Albverein auf den Spuren von Hermann Hesse im Tessin

Margareta Lang: Blick vom Monte Bré auf Bré und den Luganer See


Inspiriert von Vorträgen in Villingen-Schwenningen und Fahrten an den Geburtsort Calw und zum Hermann-Hesse-Haus in Gaienhofen, gemeinsam mit dem Schwarzwälder Boten und der evangelischen Erwachsenenbildung,  folgte jetzt die Krönung und der Abschluss der Hesse-Veranstaltungen mit einem mehrtägigen Aufenthalt in Ponte Tresa am Luganer See. In verschiedenen Spaziergängen und kleineren Wanderungen führten Dr. Norbert Noltemeyer und Fritz W. Lang, der Ehrenvorsitzende der Ortsgruppe, zu Orten, die der Autor bei seinen Malausflügen besuchte.

Dr. Norbert Noltemeyer: Albvereinler vor der Casa Constanza in Carona


Über 40 Jahre lebte Hermann Hesse im südlichsten Kanton der Schweiz. So war es selbstverständlich, dass der erste Besuch Montagnola galt. Im schön gestalteten Museum in der Torre Camuzzi führte Lucia Umiker zunächst auf dem Vorplatz, dann im Haus ausdrucksvoll und lebendig durch das Leben von Hermann Hesse. Der anschließende Spaziergang unter blauem Himmel führte zu gerne aufgesuchten Orten von Hesse, sei es bei Freunden wie dem Maler Hans Purrmann, seinem Arzt Fritz Müller, der Familie Brown, zu den Grotti, nach Agnuzzo zum Wohnhaus von Hugo Ball und seiner Frau Emmy Ball-Hennings, aber auch auf den Friedhof in Sant’Abbondio zum bescheidenen Grab von Hermann Hesse und seiner dritten Frau Ninon Dolbin-Ausländer.

Dr. Norbert Noltemeyer: Text: Rast auf der Alpe Vicania oberhalb Morcote


Der zweite Spaziergang brachte die Gruppe zur Casa Constanza in Carona, nach einem Fresko am Giebel später von Hermann Hesse „Papageienhaus“ genannt. Hier traf Hermann Hesse seine zweite Ehefrau Ruth Wenger, und er fühlte sich offenbar von ihr sofort angezogen. Literarisch hat ihn der Ausflug zu dem Kapitel „Der Kareno-Tag“ in seiner Erzählung „Klingsors letzter Sommer“ inspiriert. Der seit 60 Jahren bestehende botanische Garten Parco San Grato, mit 62.000 Quadratmetern Fläche einer der größten Rhododendron-Parks weltweit, beglückte in voller Blüte der Rhododendren und Azaleen in unvorstellbaren Farben die Albvereinler auf ihrem Weg zur Alpe Vicania. Ein herrlicher, nahezu ebener Höhenweg führte zurück nach Carona. Zuvor gab es einen Halt bei der Kirche Madonna d’Ongero, von der Hesse schreibt: „Von vielen Zaubern und Geheimnissen umgeben, sucht diese Kirche nicht Ruhm, sondern Verborgenheit, sie strebt nach Anonymität im Gegensatz zum Kram und Markt der Geschäfte, der Kunst der Wissenschaft, der Literatur und all dieser Kinderbetriebsamkeiten.


Weitere Touren führten ins Malcantone zur Kapelle Maria d’Iseo, die Hermann Hesse bereits in den 20 er Jahren besuchrte, sowie nach Bré und nach Gandria. Während der Rückfahrt mit dem Schiff nach Lugano, vorbei an alten Fischerdörfern, wurde der Wunsch laut, in nächster Zeit auf den Spuren von weiteren Literaten zu wandern.


Fritz W. Lang